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  Gipskarton
Gipskarton:
Gipskarton (GK) ist ein Baustoff aus Gips, meistens in Verwendung als Gipskartonplatten - auch Gipskarton-Bauplatte (GKB), mit beidseitigem
Kartonage-Bezug, im Trocken- oder Akustikbau. Ihre Stabilität erhalten die Platten durch die beidseitige Kartonage, welche die Zugkräfte aufnimmt.

Die häufig mit diesen verwechselten "Gipsbauplatten" bzw. "Gipswandbauplatten" bestehen dem gegenüber ausschließlich aus Stuckgips, sind 60 bis 100 mm stark und umlaufend mit Nut und Feder versehen.

Geschichte: Die Gipskartonplatte wurde 1894 in den USA von Augustine Sackett zum Patent angemeldet, jedoch erst ab 1910 industriell gefertigt. Als Synonym für Gipskartonplatten wird im deutschsprachigen Raum auch oft der Name Rigips-Platte genutzt, da die ersten Gipskartonplatten auf dem europäischen Festland seit 1938 in Riga " Rigaer Gips" hergestellt wurden. Bei dem daraus abgeleiteten Rigips handelt es sich jedoch genau genommen um einen Produkt- und Herstellernamen. Die Rigps-Platte war 1949 ein für den deutschen Baumarkt völlig neues Erzeugnis für den Innenausbau. Hergestellt wurde sie zu Beginn von den Vereinigten Baustoffwerken Bodenwerder GmbH (jetzt: Saint-Gobain Rigips GmbH).

Material:
Üblicherweise kommen bei der Herstellung entweder Naturgipse, die im Bergbau gewonnen werden oder REA-Gipse zum Einsatz. Dieses erklärt auch die regionale Fokussierung der herstellenden Werke an Orten, wo Naturgipsvorkommen zu finden sind oder aber seit der deutschen Wiedervereinigung in direkter Nachbarschaft zu Braunkohlekraftwerken, bei denen der REA-Gips als Abfallprodukt anfällt. Grundsätzlich sind beide Materialien als gleichwertig anzusehen. In der Praxis hat sich jedoch gezeigt, dass Platten aus REA-Gips sehr geringe Gewichtsvorteile haben, während Naturgipse wesentlich besser zur Herstellung von Sonderanfertigungen, bei denen die Platten gebogen werden müssen, geeignet sind, da sie eine höhere Bruchfestigkeit haben. Ursache dafür ist die Anordnung der einzelnen Gipskristalle, die bei Naturgips chaotischer ist als bei REA-Gips.

Zum Verschrauben werden Schnellschrauben (SBS grob für Holz-Unterkonstruktionen, fein für Metall-UK) verwendet. Diese Schrauben sind phosphatiert (schwarze Oberflächenbeschichtung), um chemische Reaktionen mit dem Gips und daraus resultierende Verfärbungen zu. Für die Metallprofile eignen sich selbstschneidende Schrauben.

Zusätze:
Teilweise werden Fasern aus Kunststoff, Glass oder Zellulose in den Gips eingemischt, diese Gipsfaser-Platen zeichnen sich so durch höhere statische Belastbarkeiten aus und sich auch Feuchträumen zu verwenden.

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